Albanien – Quo vadis?


Albanien – endlich ist es soweit…oder besser: Nun ist es soweit. Vor unserer Abreise haben wir immer wieder mal Berichte und Bilder dieses Landes gesehen. Nein, nicht die meistens negativen Schlagzeilen in der Tagespresse, sondern in Offroad und Reisemagazinen. Trotz grosser Offenheit Neuem gegenüber und grosser Toleranz gegenüber anderen Menschen (ich würde mich selber so einschätzen), hat sich „mein inneres Ich“ immer wieder mal gemeldet und brennende Fragen gestellt: Ist es da wirklich sicher? Sind die Albaner wirklich herzliche Leute? Können wir da denn überhaupt ohne schlechtes Gewissen unser Motorrad zum Einkaufen auch wirklich alleine lassen oder ist dann plötzlich alles weg? Was, wenn wir in die Wildnis wollen?  Klar, in den Magazinen stand schon, dass alles toll ist, man heute noch fast unberührte Landschaften findet und es ein Mekka für Wildnis Fans sein soll.

Und so reisen wir über Montenegro, Bosnien-Herzegowina in das mit Spannung erwartete Land. Schon am Zoll spürt man die Neugier und die Herzlichkeit gegenüber Touristen. Die Zöllner bewundern den Habash und rätseln in einer mir völlig fremden Sprache über die Herkunft, das Alter und die Leistung unseres Begleiters. Ehrlich, kein einziges der Wörter welche umherschwirren kommt mir auch nur irgendwie bekannt vor. Doch das Lächeln und die Gestik der Beamten verspricht ein herzliches Willkommen. Wir sind da  –  mal sehen was so auf uns zukommt…


Dass dies gleich am Anfang mal gesagt ist!

Die Herzlichkeit, die sympathische Art der Menschen und die Gastfreundschaft in Albanien ist unübertrefflich! Wir haben so etwas noch in keinem anderen Land erlebt!
Dieses kleine Land (etwas mehr als die Hälfte der Schweiz) könnte vielfältiger nicht sein: Im Westen dem ganzen Land entlang eine wunderbare Küste (ok, teilweise sind die touristischen Badestrände um Tirana mit Bausünden hochgezogen worden – etwa so wie in Italien rund z:B. in und um Bibione…), unglaublich viel Gebirge und Hochgebirge mit noch richtigen Wintern und viel Schnee, viele Flüsse mit klarstem Wasser und Badekolken durchziehen das Land. Und nur wenige Hauptstrassen sind asphaltiert. Die anderen sind spannende Pisten, wie wir sie vor allem aus Afrika und Asien kennen. Also ganz viel zum Entdecken!

Am liebsten würde ich sofort alles Erlebte auf einmal erzählen, doch dabei würde ich wohl selber über all meine Worte purzeln. So werden die nächsten Blogberichte Einblicke in unsere Erlebnisse geben. Und wer dann Lust darauf hat und noch mehr erfahren möchte, sollte sich für seine nächsten Ferien unbedingt 3-4 Wochen im Süden Europas einplanen.

 

Bitte Einsteigen!
Unsere erste Station ist der Lake Shkodra Resort im Nordwesten des Landes. Es ist eines der wenigen, die in unserem GPS verzeichnet sind und nach einem heissen Ritt freuen wir uns auf etwas Abkühlung. Was wir noch nicht wussten: Dieses Camp ist ein Treffpunkt für fast alle Reisende in Albanien. Ob mit dem Offroad Fahrzeug, Motobike, Fahrrad, Backpackers oder Wohnwägeler – hier trifft man sich, bereitet sich vor oder spannt nach den Touren wieder aus. So treffen wir Carola, Henning und ihre drei Boston Terrier nach Slowenien wieder. Von Ihnen und verschiedenen anderen wie z.B. Jerome und Leni aus Chur (dia sind eifach überall die Bündner…) erhalten wir wertvolle Infos und Empfehlungen. So tasten wir uns ans Ganze heran. S’Cörali will unbedingt die berühmte Shkodra Altstadt und die mächtige Burg sehen. Das verbinden wir gerade mit einem Trockentraining für ihr Motorradfahren. Aber keine Angst, sie bekommt nicht gleich Habash zum Ausprobieren, sondern wir mieten beim Camp zwei Fahrräder und radeln die paar Kilometer nach Shkodra. Kaum in Empfang genommen, haben wir den Eindruck, diese Räder doch schon einmal gefahren zu haben….ev. zu Hause;-))

Nach einem gescheiterten Versuch, mit dem Habash in die Berge von Theth zu reisen, kümmern sich Henning und Oli zuerst einmal um den gerissenen Einlassstutzen. Silikonbasierte-vulkanisierbare Masse, Kaltschrumpfband und fertig ist das Provisorium. Ein Afrikaner hätte es nicht besser hinbekommen, scherzen die Beiden. Am 4 Tag ist unser grober Plan endlich fertig, die verschiedenen Möglichkeiten in eine Reihenfolge gebracht und wir wollen weiterziehen. Die Berge im Norden und die wilden Pisten im Osten warten auf die Langsam-Fahrer.

 

Unerwartet schön!
Um in den Ausgangsort Valbone zu gelangen, müssen wir eine coole Fahrt auf uns nehmen. Eine spannende Asphaltstrasse entlang und über kleine Berge mit vielen fiesen Schlaglöchern, fordert uns,  ganz schön aufmerksam zu bleiben. 35 Grad Hitze sind auch nicht gerade das, was ein Fahrtwind bei 30 kmh zu kühlen vermag. Und so machen wir bei allen Quellen Halt und füllen unsere Body-Wassertanks. Dabei lernen wir Polizisten, Hirten, junge Menschen kennen, denen es genauso geht. Die Sonne entlädt ihre ganze Kraft über der kargen Landschaft. Wasser ist hier das meistbegehrte Gut. Mehr noch als die vielen Mercedes Autos. Endlich. Koman. Der Ort an dem unsere Fähre am nächsten Morgen startet und wir drei Stunden in ein faszinierenden Welt voller grosser Schluchten, Berge und Wäldern nach Fierze tuckern. Woon und seine Frau sind zwei Motorradfahrer aus Malaysia, die mit ihrer BMW die Welt erkunden. Ganz stolz hat er den Platz in der Nähe von Habash gewählt. Beide Weitreisende (Moto und Besitzer). Immer wieder schwärmt er uns vor, dass diese Landschaft hier fast genauso aussieht wie zu Hause. Ausser, dass sie tropische Pflanzen hätten. Auch die kennengelernten Schweizer Barbara und Andy kommen wie wir aus dem Staunen kaum heraus.

Die anschliessende Fahrt von Fierze nach Valbone führt uns auf einer perfekten Asphaltstrasse dem Valbone Fluss entlang. Überall Möglichkeiten zu Baden. Herrlich. Und dann kommt der Moment an dem wohl jeder Schweizer Heimweh bekommt. Aber richtig! Eine gewaltige Bergwelt steht plötzlich vor Dir. Mächtig. Und so erkunden wir diese Landschaft, indem wir von Valbone in einer 7-stündigen Tour doch noch ins bekannte Theth gelangen, dort bei Pjeter Cuni und seiner Frau in ihrer bescheidenen Unterkunft ein Plätzchen finden. Und was die für uns gekocht haben….noch nie haben wir so frisch und intensiv schmeckendes Gemüse bekommen….ein echtes Schlemmeressen nach dem wunderschönen und auch anstrengenden Tag. Halbzeit. Am nächsten Morgen treffen wir Michi und Miriam (aus DE) auf der Strecke mit denen wir gemeinsam wieder zurückwandern. Sieben Stunden Beine vertreten sind schon lang, vor allem, wenn man so im Moto-Reisemodus ist. Doch es ist super. Und das Beste: Vor und nach jedem grossen Aufstieg hat es kleine „Kaffees“ mit kalten Getränken und Joghurt. So macht Wandern Spass;-)

Doch Oli ist schwer verletzt, der Arme. Die nächsten 3 Tage quälen ihn Blasen an den Füssen und laufen verschaltet er sich. Natürlich ist da seine Verletzung schuld. Dies ein kleines Detail am Rande. Der Arme musste innerhalb 36 Stunden 14 Stunden laufen (tat ihm sicher nicht schlecht) und leidet danach noch drei Tage…hihi…ich fand dies jedoch völlig entspannend…Oli: Entspannt…ha, dass ich nicht lache….so war das dann nicht genau. Du hast auch ganz schön gekeucht, als es da bei einer Wand fast gerade 400 Höhenmeter hoch ging…

Nachdem wir uns wohl nicht ganz einigen können, wer denn entspannter beim Wandersport gewesen sein soll, reisen wir zusammen mit Miriam und Michi weiter. Es wartet im eine Offroadstrecke im Gebiet entlang des schwarzen Drin…wild campen & entdecken….im nächsten Blogbericht!