Auf Winnetous Spuren / Kroatien 01


Nachdem wir uns von Slowenien kaum mehr losreis(s)en konnten (hach, dieses Wortspiel ;-), es für uns so toll dort und ein echt super Einstieg um ins Reisen reinzukommen, sind wir auf unserem Stahlross nach Kroatien. Da wir etwas vorwärts ziehen müssen, um nicht erst im kalten Dezember im Norden Irans anzukommen, entschliessen wir uns auf eine schnelle Fahrt durch Kroatien. „Hierher können wir immer wieder kommen“, so unser gemeinsamer Tenor. Doch einmal da, ist es nicht möglich einfach durchzureisen. Kaum über der Grenze und Richtung Meer unterwegs, packt uns die wunderbare Natur und die Sehnsucht nach dem Meer. Wie lange haben wir schon nicht mehr im Meer gebadet? Die letzten Jahre verbrachten wir in Steppen, wüstenähnlichen Gebieten und im Busch von Afrika. Ein Klopfen auf den Helm meiner Corinne im Seitenwagen und sich blickt mich an. „Wow. Ich habe es vermisst. Das Meer. Ich muss da rein. Unbedingt Jipieeeh ai ei …%“*&-backe“ (Insider – das sagt man so – gemeint ist selbstverständlich nicht Corinne!!)  Corinnes lächeln verrät mir, dass auch so denkt. Beim ersten Campingschild biegen wir ab. Wir befinden uns in Klenovica. Nie gehört. Macht auch nichts. Camping tip top. Strand Kieselsteine…aua. Wie gehbehinderte Hühner; resp. Hahn gackern wir ins Wasser…Herrlich….Es gibt nichts besseres, als nach einem harten Drive im Meer zu schwimmen, tauchen, planschen…

Kroatische Gastfreundschaft – what else!
Zu unserem Glück haben wir unser Zelt neben zwei sympathischen Australiern aufgeschlagen – Amy & Ivan. Ivan ist ein Outdoor Fetischist…er kennt jedes Zelt, jeden Stuhl, Rucksack, alle Qualitätsmerkmale etc. Und so ist er ganz begeistert davon, dass wir die gleichen Stühle wie er hat. Er freut sich, dass es auch andere Menschen gibt, denen Qualität so wichtig ist. Das Eis ist gebrochen…Seine Herkunft ist Kroatien, vor sieben Jahren hat er sich jedoch nach Australien gewagt, sich hochgearbeitet, seine hübsche Freundin kennengelernt und jetzt zeigt er ihr sein Land! So erfahren wir ganz viel von Kroatien, lernen das goldig schmeckende Slivovitz – Eigengebräu kennen und bekommen davon gleich eine ganze Flasche mit. Dazu noch selbstgemachten Speck und scharfe Wurst. Kroatische Gastfreundlichkeit. Nach den beiden Abenden ist für uns klar, dass wir nicht einfach durchreisen können. Wir gehen zu Winnetous place – Plitvicka Jezera, zum berühmten Drehort „Der Schatz am Silbersee“. Die Piratenstadt Omis liegt auf unserem Weg und die berühmte Unesco Stadt Dubrovnik dürfen wir auf keinen Fall verpassen.

Plitvicka Jezera – Der Schatz am Silbersee
Die Fahrt hoch in die Hochebene Kroatiens ist kurvenreich und wunderschön. Habash hat keine Wahl, als das Ganze mitzumachen und benimmt sich artig im 1. und 2. Gang. Immer wieder mal etwas Wasser über den Boxer und Ruhepausen. Ja, man muss zum Motor schon Sorge tragen. Da er luftgekühlt ist. Und bei 20 kmh entsteht ja nicht gerade ein wahnsinnig grosser Fahrtwind… Alles geht gut und der Schatz am Silbersee im Gebiet von Plitvicka Jezera will entdeckt werden.

„Oli, aus den Federn. Frühmorgens haben wir die beste Chance auf Bilder machen. Hopp, hopp!“ „Gähn, bin ja gleich wach…weisst Du wo der Schatz begraben liegt…also ich habe keine Ahnung…und ehrlich gesagt, habe ich den Film nicht mehr im Kopf…brauchen wir dazu Schaufeln mitzunehmen?“ so der völlig verwirrte Schatzsucher. „So en Saich. Der Schatz ist die Landschaft. Die unglaublichen Seen, Wasserfälle, Fotomotive – kurz und bündig – das Unesco Weltkulturerbe“.

Gestärkt mit Kaffee, bewaffnet mit Kamera geht’s los. Die Schatzsucher aus der Schweiz kaufen ihr Ticket. Doch die genau gleiche Idee haben weitere 10‘000 „Schatzsucher“ an diesem Tag… Die ersten 30 Minuten sind noch einigermassen erträglich. Es gelingt Oli, sich zu installieren und ein paar Fotos zu machen. Doch danach kommt die Masse und die Gehsteige sind rappelvoll. Sollte irgendein Mensch auf die Idee kommen, sein Stativ auf dem Steg zu platzieren, Filter vor die Linse zu schrauben und sich die Zeit für ein tolles Foto zu nehmen, er wird unabsichtlich, jedoch gnadenlos von einem Japanaer, Chinesen, Iraner, Italiener, Finnen, Holländer, Deutschen oder einem Einheimischen in den Silbersee befördert! Es ist gerade eine Qual an den vielen unglaublich fantastischen Wässerfällen und Seebecken im Gänseschritt und dem Tempo aller Besucher entlang zu marschieren und das Fotografieren (nicht das Knipsen) zu unterlassen. Und so geben wir uns auf die Route K, bei der wir dann 8 Stunden unterwegs sind. Ausserhalb der Hauptattraktionen sind dabei keine Touristen, jedoch leider auch nicht das Gewünschte zu sehen. Ein paar Bilder konnten wir dennoch machen um einen kleinen Überblick zu geben. Alles in allem – es lohnt sich dies zu sehen. Ja es ist ein Muss, wenn man Kroatien besucht. Es ist eine phantastische Welt – am besten ist jedoch ein Besuch ausserhalb der Hauptsaison;-)

Hier ein paar Infos zu: Plitvicka-jezera