Lang lebe der König


Versagensängste. Wer kennt das nicht. Vor einer wichtigen Diplomprüfung, einem wichtigen Fitnesstest der die Karriere bestimmt, als Vater oder Mutter, die ihre Kinder dann auch wirklich gut erziehen wollen, vielleicht auch als Teilnehmer bei Günter Jauchs Quiz „Wer wird Millionär“. Naja, oder einfach als Reisender, wenn Du mit deinem Fahrzeug vor einem gewaltigen 30 Meter langen Schlammloch stehst und es nur diesen Weg gibt. Also wir kennen vor allem das Letztgenannte. Aber der Habash ist da noch immer ein Greenhorn. Bei den meisten letzten Prüfungen im Wasser oder Sand hat er eigentlich immer versagt. Und hier in Äthiopien wartet eine noch viel grössere Herausforderung. Dieses Land befindet sich mehrheitlich auf 2300 bis über 4000 m.ü.M. Nicht die Berge, sondern die Plateaus, auf denen die Menschen hier leben. Sozusagen näher als alle anderen bei Gott. Gutes Stichwort: Gottvertrauen. Das braucht es hier, wenn man auf die wundervolle Idee kommt und mit einem Vergaser betriebenen, wenig Pferdestärken liefernden und überaus schweren Seitenwagenmotorrad in Äthiopien rumkurven will. In den Tests vor der Reise sind wir ja schon bei 2600 m.ü.M in Italien gescheitert. Damals hat sich die Kupplung buchstäblich in Luft aufgelöst. Doch genau deswegen hat Oli Kurse bei Ural Hamburg gemacht. Das grosse Problem bei Vergasern ist, dass bei jeder 100m Höhe, die Motorenleistung abnimmt, da ja die Luft immer weniger Dichte hat und die Vergaser fest eingestellt sind. Denn dieser mischt das Verhältnis von Benzin und Luft und leitet es weiter in die Verbrennungskammer des Motors. Wenn jetzt weniger Luft reinkommt, bedeutet dies, dass im Verhältnis mehr Benzin drin ist. Wie bei einem normalen Feuer, braucht es Luft um Flammen zu erhalten. Nun ist aber das Risiko, dass das nicht korrekt vorhandene Gemisch dazu führt, dass die Explosion im Motor zu schwach ist und somit weniger Leistung entsteht. Kurz: Habash hat zu wenig Kraft um in dieser Höhe zu funktionieren.

Oli ist ein schlauer Fuchs und hat dieses eine Mal gut vorgesorgt. Kleinere Hauptdüsen, die weniger Benzin reinlassen, hat er mitgenommen. So stimmt das Gemisch in der Höhe noch immer einigermassen. Die Endleistung ist zwar etwas tiefer, doch mit mehr als 65 Kmh rasen wir sowieso nicht umher. So die Theorie.

 

Sprenge deine Fesseln, Habash!
Hast Du gewusst, dass Addis auf 2355 m.ü.M liegt?
Bevor wir nach der neuntägigen Eingewöhnungszeit endlich losziehen, müssen eben diese Main Jets (Hauptdüsen) gewechselt werden. 110’er statt 180’er. Und ein Plattfuss haben wir auch noch. Corinne mutiert zur Mechanikerin und erledigt dies im Handumdrehen. Wenn das nur hält? Nicht halten tut das Wetter. Wir bringen den Habash fit bei heissen Morgentemperaturen und sind bereit zum Losziehen, da hat Petrus Langeweile und leert mal wieder ein paar Kübel Wasser über unsere Köpfe. Nochmals eine Nacht hier. Mit den berühmten Bitterballen und Walia Bier ist der Abend schnell um. „Jetzt haut schon ab. Macht, dass ihr wegkommt!“ scherzt FitNik am nächsten Morgen. Endlich wieder unterwegs.

Wir kämpfen uns durch den Verkehr in Addis Ababa. Selbstverständlich regnet es auch heute wieder. Doch 30 Kilometer ausserhalb von Addis – blauer Himmel und Sonnenschein. Freude herrscht. Unser Ziel ist die Stadt Bahir Dar. Nordöstlich im Land am Tanasee gelegen, wird sie von den Einheimischen als die attraktivste Stadt des Landes bezeichnet. Die Riviera Äthiopiens. In unmittelbarer Nähe entspringt der blaue Nil, wo auch die berühmten Nil-Fälle sind. Das wollen wir sehen. Entfernung: 600 Kilometer. Für uns bedeutet dies 3 Tage Fahrt durch die Hochebenen des Amhara Gebietes.

Habash macht keine Zicken. Er läuft etwas höher im Ton, doch die 3500m.ü.M machen ihm nichst aus. Cool. Yep – auch das ist es hier. Wo die Baumgrenze zu Hause bei 1800m liegt und auf 3500m oft Schnee das ganze Jahr sichtbar ist, ist das hier total anders. Wärst Du jetzt mit uns hier, du kämst aus dem Staunen nicht heraus: Hügellandschaften mit saftigen Wiesen zieren das Land, viele Rinder, Schafe und Ziegen laufen umher (auch auf den Strassen – Vorsicht ist geboten), viele, viele Menschen sind auf den Feldern und auf der Strasse unterwegs. Teilweise in traditionellen Gewändern und schön geschmückt, teilweise verarmt.

 

Money, money!
Wir reisen auf dem Moto und nehmen alles mit unseren Augen auf. Es ist, als würden wir in einem Kino sitzen und eine Zeitreise machen. Nur, dass mir gleich der Arm abfällt vom Zuwinken. „Salam nou“ rufen sie uns zu und wir zu ihnen zurück. „Money, money“ rufen sie uns danach zu und wir „Amsaganalo“ zurück (heisst Danke). Das geht nun schon den dritten Tag so. Egal wo wir hinkommen, wir werden mit einem Lächeln auf Englisch und gleichzeitig mit einer eindeutigen Geste (sie reiben sie den Daumen und Zeigefinger aneinander) begrüsst: Money, money!!  Farangi, farangi – Money, money. Scheint so, als würden die letzten 40 Jahre Entwicklungsarbeit und die Milliarden Dollars, die die ganze Welt hier investiert hat, fruchten. Die Menschen sprechen Englisch. Wenn auch nur diese zwei gleichen Wörter, die sie brav hintereinander aufsagen können. Hier ist wohl etwas ganz schön schief gelaufen. Es ist fast schon etwas beschämend, wenn wir dann die vielen grossen Tafeln in fast jedem Dorf stehen sehen: USAid, UKAid, CanadaAid, China Cooperation etc. Spannenderweise sehen wir keine EU Schilder. Die Bettlerei ist ein fester Bestandteil unser Begegnungen. Natürlich ist dieses Problem viel komplexer als die Schuld nur den Geberländern zu zuschieben. Solche Schuldzuweisungen bekommen wir vor allem dann zu hören, wenn wir mit Einheimischen über dieses Thema sprechen. Auch ist es den meisten Menschen unangenehm, wie sie wahrgenommen werden, ja sie entschuldigen sich. „Zu wenig Bildung und eben auch zu viel Initiative von aussen seien die Hauptverursacher“, erklärt uns ein aufgeweckter Teenager bei unserem Stop in Debre Markos. Degree 11 sei sein Ausbildungsgrad. Tierarzt sein Traumberuf. Seine Zukunft solle nicht nur von Touristen abhängen. So erleben wir immer wieder eine Achterbahn hier. Wir halten uns an die positiven Begegnungen. Davon gibt es viel mehr als umgekehrt. Damit kommen wir gut klar.

 

Nur Bares ist Wahres
Immer wieder begegnen wir auf der Strasse oder in kleinen Dörfern den grossgewachsenen, buntgeschmückten und stolzen Amharas. Die meisten sind Viehhirten und Bauern. Heute ist Sonntag und sie sind alle unterwegs irgendwohin. Wie gerne würde ich von diesen Menschen mehr erfahren und einige von ihnen porträtieren. Doch mein Wunsch bleibt Wunschdenken. Denn eines wird schnell klar: Nur Bares ist Wahres. Meine Strategie, den Menschen nahe zu sein, sich ernsthaft zu interessieren und eine Beziehung aufzubauen und erst in einem für alle passenden Moment für ein Bild zu fragen, erweist sich als wenig erfolgreich. Das frustriert. Ich habe kein Problem mit einem Nein, sondern es ist ein klares Ja. Ja, aber zuerst „money, money“. Die Art und Weise wie es stattfindet ist nicht mein Ding – ich bezahle nicht für Fotos. So verzichte ich darauf, auch wenn ich innerlich mit meinen Überzeugungen kämpfe…die Bilder wären bestimmt wunderbare Erinnerungen. So halte ich mich selber daran, dass wenn ich Geld für ein Bild bezahlen muss und das gegen meine Überzeugung verstösst, es meistens auch kein gutes Foto oder eine spannende Story ergibt. Überhaupt: Die besten Bilder trägt man im Herzen. Denn die Begegnungen sind meistens herzlich. Und für meine Überzeugungen können die Menschen ja nichts dafür, sie bieten ja etwas an. Für mich ist dies auf jeden Fall ein guter Lernprozess.

 

Die Herausforderung der Leichtigkeit des Seins
Das soll jetzt nicht allzu negativ klingen. Denn wir haben das Privileg in einem wunderschönen Land unterwegs zu sein, viele Menschen sind sehr freundlich und die Begegnungen wunderbar, ja auch die Strassen meistens gut und asphaltiert. Wahrscheinlich haben wir einfach eine übersteigerte Erwartung betreffend der uns bekannten afrikanischen Lebensfreude. Die Leichtigkeit des Seins, das Lachen und Scherzen ohne Hintergedanken, das Zusammenkommen als „brother from another mother“ wie die Afrikaner so gerne sagen. Die Äthiopier betonen mit Stolz, dass sie anders sind als die Afrikaner weiter unten. Und auch bleiben wollen. Ihre über 5000 Jahre alte Kultur und ihre Monarchien hatten mehr gemeinsam mit der abendländischen, denn mit den Königreichen im Westen und Süden Afrikas. Auch wurde Äthiopien nie von fremden Mächten besetzt; resp. kolonialisiert.
„Nach dem gescheiterten Versuch einen verkappten Kommunismus einzuführen unter der Terk-Regierung, ist unser Land seit vielen Jahren eine richtige Demokratie“, erklären uns die Menschen nicht ohne Stolz. Und im gleichen Atemzug sind sie der riesigen Korruption und der Bevorzugung der Tigray Region leid. Sogar wenn wir uns mit Locals über ihre Leichtathletik-Helden unterhalten, können sich nicht alle für ihr Land freuen, denn „die meisten sind ja aus dem Osten, aus Oromia, nicht von hier.“ Was den Menschen hier im Hochland wirklich Halt gibt, ist die tiefverwurzelte orthodoxe Religion. Sie bestimmt ganz stark das Leben der Menschen. Wir werden das Gefühl nicht los, dass dieser starke Fokus viele Menschen nicht offener für Neues, sondern leider viel eher verschlossener macht.

Um die ganzen Erklärungsversuche auf den Punkt zu bringen: Äthiopien ist anders. Und sehr spannend. Die nächste Ortschaft ist Bahir Dar. Wir sind am Etappenziel angekommen.

Äthiopien – Kleine Übersicht: hier klicken

 

Die Riviera Äthiopiens
„Oli, nicht so schnell. Wir müssen das Rennen nicht gewinnen.“ „Aber wir wollen es gewinnen.“ Der Gashahn ist voll aufgedreht. In den beiden Zylindern des 750’er Boxermotors finden gewaltige Explosionen statt, die Kolben arbeiten auf Hochtouren, der Antriebstrang treibt den Endantrieb und das Hinterrad an, wir fliegen! 85 Km/h. Auf unserem Russen ist das wie auf Ikarus reiten. Die Bajaj (äthiopischen Tuk Tuks) haben wir abgehängt. Start – Ziel Sieg. Als die schneckenhausartigen, motorbetriebenen Dreiräder an der nächsten Kreuzung zu uns aufschliessen, schmunzeln ihre Fahrer und die Passagiere, die sie transportieren. „Hey brother, you have a nice Bajaj. Powerful. Change? Where are you from?“ fragen sie immer. Doch es bleibt keine Zeit, die Ampel stellt auf grün und wir wollen uns mit den anderen Bajaj’s rund um uns wieder messen. Und so stehen wir an jeder Ampel in Bahir Dar inmitten der vielen Dreirad Taxis und wechseln ein paar Worten, bevor es dann wieder von Neuem losgeht. Wir steuern kein konkretes Ziel an. Unsere Hoffnung ist es am See wild zu campieren. Gut gemeint, sieht unmöglich aus. Denn wir sind in Bahir Dar, am Tana See. Der Riviera am Südufer des grösstes Sees Äthiopiens. Entlang des Ufers stehen hier die teuren Hotels, Spa’s, Restaurants. Die grosse Strasse ist eine Promenade, geschmückt mit Blumen, frequentiert von vielen Menschen. Alles ist mehr oder weniger sauber und macht einen guten Eindruck.

Generell ist Camping in Äthiopien wenig populär. Es gibt zwar ein paar wenige öffentliche Campingplätze. Diese sind eher im Süden des Landes. Oftmals ist es jedoch möglich, bei grossen Hotels oder Missionen um einen Platz zu verhandeln. Wildes campieren ist besonders hier im Norden nicht so einfach. Es leben einfach zu viele Menschen hier. Über 100 Millionen Einwohner hat dieses Land. Bis 2030 sollen hier 200 Millionen heimisch sein, sagen uns die Einheimischen. Da steht man immer bei irgendjemandem in dessen Gemüse- oder Getreidegarten. Und als Farangi ist man interessant. Sofort kommen die Menschen zu Dir und gehen dann gar nicht mehr – auch nicht wenn es dunkel wird. In einem Fahrzeug mag das noch gehen, weil man da ein bisschen Privatsphäre im Inneren hat und dieses auch abschliessen kann. Mit Motorrad und Zelt sieht das schon etwas anders aus. Unsere neuen Kollegen, die Bajaj Fahrer (wir Dreirädler verstehen uns bestens) raten uns denn auch von Wild Camping ab. Nicht wenn Dörfer in der Nähe sind. Und die sind überall. Sie befürchten, dass viel was nicht niet- und nagelfest ist, einfach mitgenommen wird. Doch das grösste Problem für uns ist es, dass wir uns mit den Menschen nur wenig verständigen können. Auf dem Land sprechen sie ihre lokale Sprache oder Amharik. So schaffen wir es auch nicht, vor Ort herauszufinden, ob Camping möglich wäre. Sowieso, als wir versuchen dies anzusprechen und am Boden zu zeichnen, lesen wir in vielen Gesichtern nur: Bahnhof.  Irgendwie gelingt es uns immer jemanden zu finden, der Teile davon übersetzen kann, doch dann erhalten wir immer die Mitteilung, wo welches Hotel ist. Camping ist noch nicht Teil der Übernachtungskultur hier.

In Bahir Dar bekommen wir die Möglichkeit beim Fünfsterne Hotel für einen unverschämt hohen Preis im kleinen Garten zwischen den Restaurant Tischen zu campieren. Wir lehnen dankend ab. Die Bajaj’s empfehlen uns lokale Hostels die sauber und preisgünstig (150-300 Birr / 5-10 CHF). Wenn man ein bisschen darauf achtet, findet man diese fast in jedem Dorf. Dies lohnt sich wirklich.

Der Besuch der Nilfälle (Tis Issaf Falls – blauer Nil) ist ein interessanter Ausflug, welcher wir organisiert von unserem kleinen Hostel aus unternehmen. Der blaue Nil entspringt eine Stunde von Bahir Dar und fliesst durch Äthiopien und in den Suden, wo er mit dem weissen Nil zusammenfliesst. Leider herrschen schon mehrere Monate Trockenzeit, so dass nur wenig Wasser fliesst. Die Gegend um den Fluss ist eine willkommene grüne Abwechslung zu der mehrheitlich trockenen, braun-grauen Gegend. Wir stellen uns vor, dass die Zeit nach dem Regen im September/Oktober eine fantastische Welt sein muss. „Los, bitte schneller laufen. Wir müssen zurückfahren. In einer Stunde wird es dunkel“ drängt uns der Chauffeur. „Wie bitte. Ich dachte, wir könnten den Sundowner hier erleben? Ich muss doch ein Foto machen“ beklagt sich Oli. „Geht nicht, wir müssen los. Unsere Lichter vom Fahrzeug funktionieren nicht. Es wird sonst zu gefährlich. Oder willst Du das riskieren?“, lässt der Fahrer Oli stehen und eilt in ihm vorbei. OK, besser ohne Bilder vom Sonnenuntergang zurück. Wer weiss, was sonst noch so alles nicht funktioniert, denkt sich der Herr Fotograf und klettert auf den Rücksitz des klapprigen Toyota Busses.

 

Lang lebe der König!
Um die Kultur dieses Landes besser zu verstehen, ist ein Besuch in der kulturell historischen Stadt Gondar unumgänglich. Gegründet von König Fasilades im 1635, war Gondar für viele Jahre Sitz des Königs und ebenso bis 1855 die Hauptstadt des Abessinen Reiches. Viele historische Bauten und der grosse Palast sind spannende Zeitzeugen. Wir kommen im kleinen, feinen, günstigen Hotel Sycamore unter. Von da aus geht’s auf Entdeckungsreise. Stundenlang verbringen wir im Fasilades Palast und tauchen in die Geschichte ein. Man spürt hier überall, dass die Einwohner stolz auf ihre Stadt und deren Geschichte.
Dazumal ging die die Monarchie ging Hand in Hand mit der Religion. So ist ein Besuch der Kirche Debre Birhan Selassie ein Muss. Sie gilt als die Kirche mit den faszinierendsten Decken und Wandmalereien des ganzen Landes. Von aussen ein eher bescheidenes Steingebäude, zeigt sie sich Innen als ein unschätzbar wertvolles Erbe der typisch äthiopischen Religions-Malerei. Die Kirchen definieren sich generell nicht durch Prunk wie Gold oder veredelte Bilder etc. Die hiesige Kultur besticht durch ihre Schlichtheit und die leuchtenden Farben der Bilder. Auch steht ein Besuch beim königlichen Schwimmbad „Fasilades Bath Timkat“ auf unserem Programm. Seit hunderten von Jahren wird das riesige Becken einmal im Jahr am 19. Januar mit Wasser aus dem Jordan Fluss gefüllt. Zehntausende Gläubige pilgern jedes Jahr hierher, um den Sprung ins kühle Nass zu machen und so ihre Taufe zu erneuern. Das Timkas Festival ist eines der höchsten religiösen Feste der orthodoxen Gläubigen. Leider sind wir ein paar Wochen zu spät und erfreuen uns an einem leeren Becken. Für alle, die Äthiopien in Zukunft selbst entdecken möchten, sollten sich den 19. Januar in Gondar unbedingt vormerken.

Kulturschatz Gondar: hier klicken

 

„Eine Dose Haferflocken, einmal Honig, 3 Pack Guetzli, 2 Thonbüchsen, 5 Pack Milchpulver, dazu noch Getreidestengel, das passt“, murmelt Corinne im kleinen Supermarkt vor sich hin.
„Sndrno?“ fragt Oli gekonnt auf Amharik.
„450 Dollar…äh…Birr“, scherzen die drei gestylten jungen Damen hinter dem Tresen und fragen interessiert “Simien Mountains?“
„Au. Simek mano Oliver. Simesch mano?“   (Ja. Ich heisse Oliver. Wie heisst du?), fängt Oli  an zu flirten.  „Maria. Bumutu wawuk a chindu bilonyal“ (Maria. Schön Dich zu treffen), meint dann die hübsche Lady mit den künstlichen, pechschwarzen langen Haaren in der Mitte.
„Ähhmm…ok….yes…“ Shit, ausgerechnet jetzt fällt mir nichts dazu ein …
Und so endet dieser Flirtversuch ziemlich abrupt. Rabatt haben wir auch keinen bekommen.
Blöd gelaufen. Mindestens haben wir das Wichtigste für die bevorstehende sechstägige Trekkingtour in den Simien Mountains kaufen können. In zwei Tagen ist es soweit. Ein langersehnter Traum geht in Erfüllung: Wir gehen auf Fotojagd zu den Dschelada Affen.

„Kasi katalom jalou katama manedsch?“ 
(Wo ist die nächste Tankstelle?)