Ljubljana & HR Gigers Inspiration


  • „Viele kleine Läden, Flanieren, Strassenmusiker, Cafés, Schlösser, alte Häuser, Zeitgeschichte, Brücken…Ljubljana ist eine der schönsten und pulsierendsten Städte im Balkan. Ihr müsst Euch das ansehen!“ Noch immer sind uns die Worte unserer Reisekollegen und die Empfehlungen meiner Facebook Freunde in den Ohren.

Ljubjana – Verliebt in eine Stadt
Mittlerweile haben wir die wunderschöne Gegend um den Lake Bled hinter uns. Dort ist die Hauptsaison angekommen, zugleich findet ein Mega-Triathlon statt. Der wunderschöne See ist voller Bojen, der Camping rappelvoll und die Touristen besetzten jedes bisschen Grünfläche. Das war dann nichts für uns und so haben wir schweren Herzens diese tolle Gegend verlassen und sind in Ljubljana, der Hauptstadt Sloweniens, angekommen. Unser Camp ist etwas ausserhalb der Stadt, jedoch absolut safe, was es uns ermöglicht, die Stadt zu besichtigen ohne schlechte Gedanken über unser Hab und Gut zu machen. Und es wird ein langer Tag…die Stadt lebt, pulsiert, überall entdeckt man wieder etwas Neues. Die Menschen sind unglaublich freundlich. Uns imponiert die sagenhafte Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, den Brücken, die sichtbare Lebenslust der Einheimischen und der vielen Touristen. „Hier könnte ich bestens leben. Ich glaube ich habe mich verliebt. Aber keine Angst Oli, in die Stadt, nicht an den attraktiven Verkäufer im Honig Shop“, witzelt Corinne. Ja, es ist eine Traumstadt. Hier trifft die Geschichte auf eine moderne Welt. Man bekommt das Flair und die tolle Atmosphäre an jeder Gasse mit. Klar, sehr viele Touristen. Ist ja auch kein Wunder. Der Besuch der Burg, die über der Altstadt trohnt, lohnt sich insofern, als dort gerade eine spannende Porträitausstellung von National Geographics zweier slowenischen Fotografen zu sehen ist. Und die Geschichte der Besiedlung und der Renovation der Burg ist wirklich sehenswert. Es sind jedoch viele andere Touris auch dort, was aus unserer Sicht den Charme etwas geschmälert hat. Doch manchmal geht dies halt nicht anders. Nach einem Tag voller Inspiration, Geschichte und Bilder machen, sind wir zurück in unserem Camp und lassen uns den Rest des Tages und die Hälfte der Nacht von einem angrenzend Techno Open-Air Konzert berieseln (oder besser gesagt, um den benötigten Schlaf bringen). Shit happens…;-)

HR Gigers Inspiration
MMS von Michi: Unbedingt die Höhlen in Slowenien besuchen. Jedoch nicht die touristisch gigantisch besuchten Postojna Cave, sondern besser etwas kleinere auf dem Weg von Ljubljana nach Piran. Es lohnt sich, in die Unterwelt abzusteigen. Die SMS erreicht uns kurz nachdem wir in einer 4 Personen Führung die unheimlich wirkenden Pivka Caves mit der weissen und schwarzen Grotte erkundet haben. Diese gehören zwar zu dem gigantischen Postojna Höhlensystem (eines der grössten in ganz Europa), sind jedoch getrennt und von etwas ausserhalb beim Camping Pivka Jama, zugänglich. Und in diesen Höhlen lebt er: Der Grottenolm. Dieses blinde, wurmähnlich aussehende, gruselig farblos aussehende Tier ist jedoch eine Sensation: Er kann bis zu 100 Jahre alt werden, kommt jahrelang ohne fressen aus und haben nur alle 15 Jahre mal Sex…armer Tropf. Er ist der Stoff für die Horrorfilme: https://de.wikipedia.org/wiki/Grottenolm
Franz war unser Führer und er hat dies super gemacht. Ich durfte alles fotografieren, mir Zeit nehmen und konnte ihn mit Fragen löchern. Und seine eigene Begeisterung und sein Enthusiasmus sind auch nach seiner x-hundertsten Führung noch immer grenzenlos. Und so werden viele Geschichten erzählt.

Diese Höhlen sind der Abstieg in die Hölle. Das haben sich die Alten hier noch vor einigen Jahren erzählt. Ist man da unten, alleine, bestimmt würde man(n) sich ängstigen. Bei flackerndem Licht schwirren einem wahrhaftig Bilder aus Horrorfilmen vor dem geistigen Auge….Aliens…Monster…Drachen. Alles Mögliche zeigt sich in den verschiedenen Ecken. Der weltweit berühmte Bündner Künstler HR Giger (gest. 2014) hätte oder hat vielleicht hier seine Inspiration für seine alptraumhafte Kunst gefunden. Die Tunnels entlang des unterirdischen Flusses wurden von den Italienern zwischen dem 1. Und 2. Weltkrieg gegraben, um das damalige Drau Banat (slowenische Teil Jugoslawiens) heimtückisch zu erobern. Doch bevor sie den Tunnel fertig gegraben haben, war der 2. Weltkrieg schon vorbei. Man stelle sich vor, wie sich die Menschen früher gefürchtet haben, als sie mit Fackeln bewaffnet, die Höhlen erkundeten. Und so ist es heute möglich, diese unglaublich faszinierende Welt besuchen. Es ist aber schon etwas unheimlich das Ganze. Hier findet ihr mehr dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6hlen_von_Postojna

Kleiner Tipp: Und wer sich dann noch nicht genug Horrorgeschichten gehört hat, kann sich mit einem Blockbuster Movie zu Hause so richtig gruseln: The Descent & the Descent II Spielt zwar in den Ardennen in den USA, doch es könnte genauso gut hier sein. Wir haben sie gestreamt und konnten dann nicht mehr schlafen…Anm: Die Filme sind nur für starke Nerven – Nichts für Weichbecher!

Na und dann phantasiert Euch mal durch die weiteren Bilder durch!