Vikos & Papingo – Für Entdecker


Griechenland. Ein Land voller Geschichte, prägender Kultur, traumhaften Inseln, eher weniger bekanntem Festland, sympathischen Einwohnern, vielen Touristen, politischen Intrigen und Fehlleitungen, nicht so fleissigen Staatsangestellten und ganz viel mehr. Der Ruf (egal welcher) eilt den Griechen voraus.

Nach den wunderbaren Erlebnissen im Nachbarland Albanien, freuen wir uns auf die nächsten Erfahrungen im Land der Hellenen. Wir beide sind schon mehrmals auf verschiedenen Inseln gewesen und haben bisher nur Gutes erleben dürfen. Auf zu den Hellenen!


Corinnes Plan: Berge und Schluchten
Es ist der Start zum Monat August. Es ist die Chance, mit hunderttausenden weiteren Feriengästen das Land kennenzulernen. Die beste Zeit für überfüllte Campingplätze, exorbitant hohe Preise und stundenlangem Stau an Fährhäfen. Doch eigentlich mögen wir dies nicht unbedingt. Unsere romantische Vorstellung ist es, durch das Land zu ziehen und die Unberührtheit zu erleben. Hach, wie schön ist es doch ein Träumer zu sein! Und so zieht es uns dorthin, wo eher weniger Menschen bei 40 Grad Aussentemperatur hingehen. Auf Wandertouren. Corinne macht den Plan. So etwas von klar: Durch die Berge Griechenlands. Zuerst nach Ioannina. Diese kleinere Stadt mit ihrer wunderbaren Zeugen aus der romanischen und byzantinischen Zeit, ist der ideale Ausgangspunkt. Hier rüsten wir uns mit dem benötigten Futter für die nächsten Tage aus, geniessen das Flanieren und die gebratenen Calamares. Und dann geht’s los in den nordwestlich gelegenen Vikos – Aoos Nationalpark. Wir wollen die tiefste Schlucht der Welt erkunden: Die Vikos Gorge. Es soll sich um die tiefste Schlucht der Welt handeln. Ausgangsorte dafür sind Monodendri, Vikos, Papingo. Wir entscheiden uns für Papingo. Allein die Fahrt den Snake Pass hoch ist ein Erlebnis. Dem Splügenpass ähnlich, treiben wir den Habash Haarnadelkurve um Haarnadel hoch. Bis er 50m vor dem Ziel schlapp macht und nicht einmal mehr die kleine Steigung zu unserer kleinen Pension hochkommt. Cool down. Er hat es bis auf die Höhe zu einem kleinen Cafe geschafft. Auch gut. Ein Frappé (in Hellas – Eiskaffee) ist genau das Richtige und erfrischt uns und lässt uns ab der faszinierenden Bergwelt staunen. Wir können es kaum warten, bis wir von hier in die Schlucht wandern können. Die Leute um Café erzählen uns, dass es da unten Bären, Wölfe, Wildschweine, Wildkatzen, ägyptische Geier, Frösche, Schlangen und Kaulquappen leben. Ouzo treibt wohl die Phantasie an;-)

1 Stunde und 2 Kübel kaltes Wasser später, hat sich der Motor abgekühlt und wir schaffen die Steigung spielend. Für die nächsten beiden Tagen haben wir uns die Übernachtung in einer einfachen Pension in Papingo gegönnt. Denn hier gibt es keine Campingplätze und Wildcampen ist nicht gerne gesehen. Sowieso lohnt es sich im Dorf zu wohnen. Papingo ist ein wunderbares Dorf aus Steinhäuser gebaut, die mächtigen Astraka Felstürme überragen alles und schaffen ein einzigartiges Panorama. So etwas Schönes bleibt selbstverständlich nicht unentdeckt. Touristisch ist das Dorf schön hergerichtet und dabei hat es seinen Charakter erhalten können. Wir fühlen uns sofort wohl. Motiviert machen wir uns am nächsten Tag auf die Entdeckungsreise in die Vikos Gorge. Die paar hundert Höhenmeter Abstieg sind frühmorgens noch gut zu schaffen, doch da in der Hitze wieder hoch…puh. Doch das erfrischende Bad an dem ca. 6 Grad kühlen Quellbassin lässt all das und ganz viel mehr bei ersten Eintauchen sofort vergessen. Schnell wieder raus…und sofort wieder rein…und raus…wieder rein… es ist ein Highlight. Wer würde hier bei über 40 Grad Aussentemperatur nicht rein wollen? Klar, Corinne;-)

Der Rückweg wird definitiv hart. Unsere Wasservorräte sind in der Hälfte aufgebraucht. Unsere Körper schwitzen ohne das Gefühl zu haben, als dass wir uns auch nur ein bisschen abkühlen würden. Zum Glück findet Oliver eine weitere Quelle und wir können uns nochmals etwas erfrischen, bevor wir die letzten Meter hochschaffen. Der Lohn ist ein wunderbares Nachtessen bei Aris!

Die Landschaft und die Tour in und um Vikos können wir bestens empfehlen. Es ist ein Teil Griechenlands, den wohl die wenigsten Touristen kennenlernen. Jedoch lohnt es sich hierherzukommen.  Einziger Tipp: Unbedingt genug Wasser für die Tour einplanen (Min. 3L pro Person im Juli/Aug).

https://de.wikipedia.org/wiki/Vikos-Schlucht

Und: Selbstverständlich haben wir wieder keine Bären gesehen…dafür den einzigartigen, seltenen weissen Wal…


Weiter nach Kastoria & Edessa

Auf guten Bergstrassen mit faszinierendem Panorama geht es weiter durch die Bärengebiete Richtung Kastoria und der Wasserstadt Edessa.