Von Bären und Beeren / Italien – Slowenien


„Du Oli, was genau wollen wir über die Fahrt durch Italien schreiben? Bilder haben wir auch keine gemacht. Es war ja wunderschön durch das Trentino und dann die kleinen Strassen nach Belluno. Ach ja, vergiss nicht, dass es einmal so geschifft hat, dass wir unmöglich weiter konnten und irgendwo noch einen laaangen Glacestop machen mussten. Ossana und dann die Gegend bei Arsié waren wirklich toll. Doch ohne Bilder….“

„Corinne, Herr Google kann da allen Interessierten weiterhelfen. Irgendwann mussten wir unsere Ausrüstung testen und auch etwas ausspannen. Wir werden schon noch liefern.“

GPS Hero
So war es unsere Idee, in Udine zu campieren und dann direkt Richtung Meer zu reisen. Slowenien ist bestimmt wunderbar, doch es liegt halt schon nicht ganz auf dem Weg in den Süden. Da gehen wir dann irgendwann noch hin. So der Plan am wunderschönen Morgen am See in Arsié. Ein paar Stunden und 150 Kilometer windige Bergkurven runter in die fruchtbare, von Maisfeldern bewachsene Po-Ebene später, suchen wir den Camping in Udine. Ein quirliger Tankstellenwärter erklärt uns dann in seinem perfekten Italienisch, dass es gar keinen Camping gibt. Dies haben wir ganz unperfekt  in einer Mischung zwischen französisch, spanisch und unseren paar Brocken italienisch verstanden. Es ist mittlerweile 4 Uhr Nachmittags. GPS Hero Corinne spielt ihre Kompetenz aus und findet das Nadiza Camp. Lediglich 65 Kilometer entfernt. Leider in die völlig andere Richtung als angenommen. Plötzlich befinden wir uns im 1. Gang auf einer kleinen Passstrasse hoch durchs Panda Valley (uns begegnen alles Fiat Pandas). Und dann die Kreuzung…Slowenien 5 Km…blöd gelaufen…und wenn wir schon mal da sind….

Den Pass fahren wir auf der anderen Seite wieder runter. Die Strasse wir immer schmaler, der Asphalt macht halt vor der Schotterpiste und wir sind nun doch noch Slowenien. Der erste Eindruck täuscht…die Strasse wird nach dem Wald wieder super. Und wir staunen nur noch vor uns hin. Es ist schön hier. Überall Bäume, glasklare Flüsse, die türkis schimmern. Und voller Fische. Ein Paradies. Genauso zeigt sich der Nadiza Camping Platz. So verbringen wir 3 tolle Tage bei bestem Wetter im Nordwesten von Slowenien. Dass wir dort Iris und Stuff kennenlernen, ist ein weiteres Reiseglück. Die Beiden kennen sich in Slowenien bestens aus. Und so erhalten wir coole Tipps für die weiteren Orte.

Mutprobe im Soca Tal
„Mainsch, sie kömmen hüt au no?“ fragt Corinne Oli. Der hängt in seiner Matte im Camp Klin. Wir sind auf Tipp unserer Freunde durch eine phantastische Gegend ins Soca Tal gefahren. Hier sind die berühmten Schwimmkolken des Soca Flusses, der Start des geheimnisvollen Lepena Tals und die Heimat von Bären. „Wen meinst Du, die Bären?“ „Bären, wo? Nein, Iris und Stuff. Sie wollten ebenfalls hierher kommen und relaxen. Du hast ja noch eine Wette laufen. Im 6 Grad kalten Soca Fluss schwimmen gehen. Stuf will dein Zeuge sein.“ „Jaja, scho guat. It is hard work to be a hero…“ Und dann kommen sie doch noch. Wohl extra um den weissen Wal schwimmen zu sehen.

Und es war unglaublich kalt….aber eine Sensation. Draussen 34 Grad und drinnen 6. Doch es spielte keine Rolle. Und so haben wir dann zur Feier des Tages gemeinsam aus dem Feuertopf gegessen, mit 2 Flaschen Wein und Pfefferminze-Obstschnaps Tee das Hirn gematscht und uns gegenseitig Abenteuergeschichten erzählt. Wunderbar. „Ach und im Fall morgen, müsst ihr das mystische Lepena Tal entdecken. Da müsst ihr aber schon den Berg hoch zur Quelle des Flusses. Und Bären hat es überall am Fluss. Ich müsst nur gut schauen“, das die Worte Stuffs in breitem steirischen Dialekt. Je woisch, dä Noldei Schworzeneigger Deialekt …hä…?

Bären oder doch Beeren?
„Corinne, überall sehe ich heute nun Bären. Blaubären, Erdbären, Himbären und das Lied von GnR Take me down to the bäradies city…also die müssen irgendwo hier sein! Wir lassen die Beeren mal ganz schön dran, denn sonst haben die Bären ja nichts mehr zu essen.“ „Hahaha…du bist ein Witzbold. Die beiden meinten gestern bestimmt Beeren…doch lass die wilden ERDBÄREN hängen, da hat doch gleich auch noch der Fuchs und Wolf drüberpiislet. Also wenn die Bären dann Durchfall oder Fuchsbrand bekommen, selber schuld. Ich esse die lieber nicht“. Wenn sie wüsste, was sie da verpasst hat…die Bären…ähh Beeren waren so etwas von fruchtig. Mmhh. Langer Rede, kurzer Sinn: Beeren top – Bären flop.

Nach ein paar Stunden hochlaufen finden wir dafür die phantastische Märchenwelt des Lepena. Reine Energiequellen. Oli kann gar nicht mehr aufhören zu fotografieren…

Ride again
Das Highlight drei Tage später ist die Fahrt über den höchsten Pass Sloweniens…den Vrsic…(also irgendwie fehlen in dieser Sprache einfach die Vokale…) mit einer herrlichen Aussicht in das Triglav Gebirge und die Fahrt durch die Teile des Nationalparks bis nach Kranjska Gora.

Eines Tages werden wir wiederkommen und den höchsten Berg Sloweniens, den Triglav besteigen, dies das Versprechen, das Corinne in dieser wunderbaren Gegend gemacht hat.

Gerne lassen wir Euch mit ein paar Einblicke mitreisen: