Von Boccia Piraten und weiteren Schätzen / Kroatien 02


Wir haben noch lange nicht genug. Unsere Schatzsuche hat erst gerade begonnen…
Von anderen Reisenden bekommen wir ebenso wie von Amy & Ivan die Empfehlung, die Stadt Omis zu besuchen. Der frühere Rückzugsort der Adria Piraten versprühe noch heute seinen Charme. Und so reisen wir voller Freud auf neue Geschichten und Erlebnisse wieder an die Küste. Der Ort liegt etwas unterhalb von Split, in einer Bucht gelegen, umgeben von grossen Felsen. Ideal für Piraten.

Omis – Was wurde aus den Piraten?

Ja, die Stadt hat heute noch ihren Charme. Die cleveren Piraten verwendeten früher flache Schiffe, mit denen sie ihre Verfolger in die Bucht lenkten, wo diese dann mit ihren tiefen Schiffen kläglich an Felsen scheiterten. Zwischen Felsen steckengeblieben, wurden die Schiffe von den Landpiraten geentert, die Ware gestohlen und die Gefangenen in die Kerker geworfen. So erzählt man uns die Geschichten an jeder Strassenecke. Doch was wurde aus den Piraten. Gibt es sie noch heute? Muss man in der Stadt um sein Hab und Gut fürchten?

Nein, die Nachfahren der Piraten sind clever genug, dass sie ihre Stadt touristisch vermarkten. Die Besucher geben ihr Geld ja ohne Drohungen aus. Und sie kommen freiwillig. Piratengeschichten faszinieren die Menschen. Und diese finden sie hier. Auch in Form der vielen touristischen Angeboten und Fanartikeln. Gekämpft und  Gold erbeutet wird heute auf anderen Schauplätzen. Und lernen wir die Boccia Piraten kennen. Gleich gegenüber den berühmten Enterfelsen, steht eine öffentliche Bocciabahn. Hier wird um die Ehre gespielt, es gilt so nahe wie möglich an das Gold zu kommen. Gemeint ist der goldige kleine Ball um den gespielt wird. Und so werden die alten Kanonenkugeln als Bocciakugeln verwendet. Doch der grimmige Blick, die Kampfgesten und das Fluchen sind geblieben. Es ist ein Highlight!

Mehr davon:  Omis – die Heimat der Adria Piraten

 

Der Schatz der Schätze in Kroatien: Dubrovnik

Unser Weg führt uns nach Dubrovnik. Ja, wir haben immer wieder mal gehört, dass dies eine der schönsten alten Städte der Welt sein soll. Doch ganz ehrlich: In meinem Kopf hatte ich noch immer Bilder von einer zerstörten Stadt, Bomben und Krieg aus dem Fernsehen. War es im letzten Jugoslawien Krieg ein aktiver Kriegsschauplatz. Doch das ist zum Glück über ein Viertel Jahrhundert her. Die Gegend ist heute friedlich und begeistert viele, viele Touristen, die sich dem Charme dieser jahrtausende alte Handelsstadt nicht entziehen können. Die geschichtsträchtige Stadt strahlt wieder in ihrem schönsten Kleid. Einst in Konkurrenz mit Venedig war sie lange ein Stadtstaat, der sich lange gegen Besetzer wehren konnte. Nirgendwo sonst war schon seit vielen hundert Jahren die Demokratie und das Zusammenleben so stark ausgeprägt wie hier. Die erste öffentliche Schule Europas war innerhalb der gigantischen Stadtmauern, die heute noch so beeindruckend sind, dass man gerne mal ein paar Jahrhunderte zurückversetzt werden möchte. Es gab eine Zeit, da jeden Monat der Rektor (Stadtpräsident) wechselte, damit nicht irgendwelche Verflechtungen entstanden sind.

Mehr dazu: Dubrovnik

Heute strömen jeden Tag an die 5-7 tausend Menschen täglich in die Altstadt und erliegen dem Zauber der Vergangenheit und der Zukunft. Denn Dubrovnik gilt heute als ein Must see – weltweit. Hier legen die riesigen Kreuzfahrtschiffe an, damit sich die „Seeleute“  und die „Landleute“ für ein paar Stunden staunen können – Die einen bevölkern und bewundern die Stadt, die anderen die mächtigen Schiffe;-)

Die Stadt pulsiert mit ihren vielen Cafés, Läden, Museen und den sensationellen Restaurants. Noch nie haben wir so viele Restaurants auf so wenig Fläche gesehen. Wir sitzen stundenlang in einem Café und beobachten die Menschen: Herrlich!  Die Japanergruppen mit alle ihren Kameras um den Hals, die Chinesen in Regenkleidung (was für Pessimissten – und sie hatten sogar recht – Gewitter), die jungen Chinesen mit der GoPro auf dem Kopf, die gestylten und tausendfach plastisch chirurgierten Frauen mit ihren alten Männern – natürlich in Yachtkleidung, die dicken Amis mit T-Shirts der Dallas Cowboy und den weissen Nike Turnschuhen, die Deutschen, die sich über die hohen Preise ärgern, die Holländer mit ihren Dethleffs Baseball Caps, die hageren, braungebrannten Hipsters mit ihren Bärten, gelben Socken und Google Shirts (wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich denken dass seien übergelaufene Talibans – doch halt, ev. Sind es ja IT-Talibans?) und viele mehr. Und mittendrin die lustigen CH-Abenteuer Reisenden, die stundenlang im Café hocken und die Leute angaffen… Das gibt richtig Hunger. Restaurants an allen Ecken. Doch einmal falsch ausgewählt, kostet es die schon mal ein kleines Vermögen…denn hier trifft sich alles. Bis zu den Milliardären, so sagt man uns. Mit unserem Tagesbudget von 46.00 zählen wir uns jedoch nicht dazu. So entscheiden wir uns, für einmal das Doppelte auszugeben. Das recht gerade mal für einen Krakensalat, frittierte Calamares, gefüllte Calamares und zwei Bier. Und…es war huara guat!!!

Und wie weiter?
Wir sind nun sind wir dann doch am Punkt, wo wir Kroatien verlassen. Mit einem unglaublich guten Eindruck der Menschen, Natur und der Erfahrung, dass es hier richtig boomt. Wir reisen einen Tag durch Teile von Bosnien, Montenegro, mit dem Ziel, den Geheimtipp Albanien kennenzulernen.