Wir sind dann mal weg…


„Ach, Ihr kommt dann sowieso schon bald wieder nach Hause. Das wird bestimmt früher als die drei Jahre…“ Corinnes Mutter klammert sich an unsere letzte grosse Reise, bei der wir bekanntermassen früher als geplant zurück waren. Der Abschied bei Coris Eltern in Hermiswil war speziell. Irgendwie haben sie sich in den letzten drei Wochen daran gewöhnt, dass wir da in der Parterre Wohnung ihres umgebauten Bauernhauses wohnen. Da war dann plötzlich immer wieder mal was los. Besonders wenn Oli die letzten Modis am Habash gemacht hat. Wie oft hat Aschi dabei lächelnd den Kopf geschüttelt und wohl gedacht: „Das wird ja gut. Handwerklich wird diese Reise bestimmt interessant. Mal schauen, ob Olis Erfindungen die Reisestrapazen überstehen. Heieiei,…wieso macht man so etwas überhaupt?“ Die Zeit vergeht wie im Flug. Nachdem wir unseren Start vom 28. Mai auf den 03. Juni verschieben mussten, geht’s nun endlich los. Der Habash ist vollgepackt, das Presseinterview mit dem Unteremmentaler inkl. Foto haben wir geschafft, die Verabschiedung von Papa und Mama Anliker ist mit Tränen in den Augen durch. Die grosse, weite Welt wartet auf uns.

„Oli, nicht vergessen. Wir gehen zuerst noch zu unseren Mechaniker Jungs vom Moto Strahm in Madis, machen dort das Pressebild für die NOZ und dann geht’s noch an die Waldhofstrasse zu Sofia und Francesco. Unsere Nachbarn wollen wir ja schon richtig verabschieden“. „Geht klar, kleine Maus. Ab in dein Nestchen im Seitenwagen…wir starten.“  Die ersten Klänge von Habash lässt uns die Haare an den Armen aufrichten, Hühnerhaut folgt. Wir sind gestartet!

Legenden unter sich.
Nach nur wenigen Kilometern bei Moto Strahm in Madiswil angekommen, sind wir schon weit weg von unserem bisherigen Leben. Wir sind auf Fahrt. Wir sind unendlich reich an Freiheit. „Hey Slowriders, endlich seit ihr da…ging ja eine Ewigkeit von Hermis bis hierher. Na, so braucht ihr bestimmt Jahre bis nach Afrika. Doch das schafft ihr. Eure Maschine hält schon was aus. Die ist legendär. Um die mache ich mir am wenigsten Sorgen…Ihr müsst Vertrauen haben – alles wird gut!“ Kein geringerer als die Motorrad Legende Aschi Strahm begrüsst uns mit diesen Worten und einem breiten Lächeln. Zu einer Zeit, als Motorradfahren die absolute Freiheit und Lifestyle bedeutete, da war der Aschi schon eine lebende Legende. Selber hat er viele Länder bereist, immer wieder die verrücktesten Abenteuer erlebt und die verrücktesten Motorräder gebaut. Bis weit ausserhalb der Schweiz kennt man ihn noch heute. Vor einigen Jahren hat er seine Motorrad Werkstatt an seine drei auftrebenden Mitarbeiten übergeben. Die Moto Strahm ist noch heute eine der bekanntesten Yamaha-Werkstätten der Schweiz. Da kommen Leute von allen Ecken und Enden unseres Landes, um ihre Maschinen zu warten oder zu kaufen. Wir haben ja solches Glück, dass wir mit Ihnen unser Projekt vorbereiten durften. Und dies ist der Presse auch eine Nachricht wert. Legenden treffen auf Legenden (Anm. Gemeint sind mit Legenden ja nicht Corinne und ich, sondern die Strahm Legenden treffen den Habash…die russische Legende). Doch wir dürfen auch aufs Foto – es hat ja genügend Platz auf dem Bild;-)

Alles Glück der Welt für einen schlittschuhfahrenden Elch
Die Verabschiedung unserer Moto Partner ist herzlich. „Haste mal nen Kabelbinder? Ich hab was für Euch Globetrotter“. Von einer seiner legendären Maschinen bindet Aschi das Maskottchen los und befestigt es am Habash. „Es hat mich immer beschützt auf meinen Reisen. Er hat zwar keinen Namen, doch Ihr könnt ihn ruhig Master Chief nennen. Alles, alles Gute für Euch Beide. Und kommt uns nicht ohne den Habash wieder;-)“

Und so sitzt der schlittschuhfahrende Master Chief Elch zuvorderst auf dem Habash und wird uns die nächsten Jahren beschützen und hoffentlich vor allzu grossen Pannen bewahren. Vielen Dank an Thomas, Rama, der kleine Thömu und natürlich an Aschi und Ruth!

Und wir – wir sind dann mal weg.