Zum Glück verzettelt


Es ist, als kämen wir kaum los aus dem schönen Yazd. Fotos sortieren, Blog schreiben, wieder einmal Finanzen prüfen und die Korrespondenzen erledigen. Da fällt uns auf, dass wir noch immer keine Unterlagen unsere extra gemachten Auslandkrankenkassen Versicherung beim ADAC haben. Skype funktioniert zusammen mit VPN einigermassen gut im Iran. Mein Telefonat mit dem ADAC ist ernüchternd. Natürlich haben sie es vergessen. Obwohl wir extra Gold Members wurden. Und jetzt ist es nicht mehr möglich, da seit Oktober keine Schweizer mehr angenommen werden dürfen. Europäisches Recht und die Schweiz bleibt draussen. So ist das eben, wenn man auf einer kleinen Insel inmitten Europas lebt. Da keine einzige Schweizer Krankenkassen ein vernünftiges, auf Langzeitreisende entwickeltes Modell besitzt (die günstigste kostet etwa 1000.00 CHF für zwei Personen; bei 30 Monaten Reise sind das 30‘000 CHF…nur Notfall-Krankenkasse), sind wir gezwungen, irgendwie eine solche im Ausland zu ergattern. Nach vielen Telefonaten bleibt genau noch eine Möglichkeit: STA Travel in Österreich. Der Geschäftsführer von STA  in der Schweiz gibt mir den Tipp. Wir hätten jedoch nur noch für 7 Tage diese Möglichkeiten. Dann gehen auch in Österreich die Türen zu. Mit einem ausgesprochenen Stossgebet wähle ich die Nummer und werde freundlich empfangen. Zwar habe ich grösste Mühe diesen Dialekt gut zu verstehen, doch „Je, des lesst si mahe“ habe ich verstanden. Schwein gehabt. Innerhalb der nächsten zwei Tage ist mit Mithilfe meines Vaters in der Schweiz alles geregelt und wir haben für 170 CHF im Monat eine gute Reisekrankenkasse. Vielen lieben Dank an die STA Crew.

Natürlich kann man sagen, das braucht es ja eh nicht. Besser mit dem Geld zwei Monate länger reisen. Doch ganz ehrlich: Wenn irgendetwas passiert und uns passiert immer etwas, haben wir eine gewisse Sicherheit im Rücken. Weltenbummler und eben doch richtige Schweizer – auch wir können nicht einfach aus unserer Haut;-)

Nun aber los. Doch wohin genau? Kerman, Shiraz? Eigentlich reizt uns die Wüste Luth bei Kerman. Der Rezeptionist vom Friendly hat uns viele kleine Videos gezeigt. Hot. Doch wir befürchten, dass Habash kein richtiger Wüstenfuchs ist. Wir stellen es uns schwierig vor, in Sanddünen zu fahren. Oder vielleicht haben wir einfach nur zu wenig Mut? Wir entscheiden uns schlussendlich in die Hauptstadt des Weins zu ziehen. Der Ort, der durch die Herkunft seiner Traube Weltruhm erreicht hat, obwohl Wein im Iran verboten ist: Shiraz.

Wie sich im Nachhinein herausstellt ist dies eine gute Wahl. Denn a) Habash im Tiefsand echt eine Niete b) In der Wüste um Kerman gibt es ein Erdbeben c) Die Temperaturen sinken in Kerman rapide auf tiefe einstellige Grade d) Wir erleben eine spannende Zeit in und um Shiraz


Unterwegs nach Shiraz
Wieder unterwegs. Nachdem wir beim Verlassen von Yazd noch die berühmten zooastrischen Türme des Schweigens besucht haben (hier mehr dazu), brettern wir mit 80 km/h die Hauptstrasse Richtung Shiraz dahin. Die Sonne verlässt den Tag, der Horizont scheint zu brennen. Das Lichtspiel ist gewaltig. Ich fühle mich wie Lucky Luke wenn er in den Sonnenuntergang reitet. Ein Wahnsinns-Gefühl. Und dann peng – Nacht. Keine Möglichkeiten zum Campen entlang der Strasse und auch nicht ausserhalb. Auch ein Wahnsinns-Gefühl. Bis zum nächsten Ort sind es noch 50 Kilometer. Alles an mir ist nach 10 Minuten durchgefroren, so schnell kühlt es ab. Die Hände zittern trotz Handschuhen. Corinne geht es nicht besser. Durchhalten! Vor uns taucht auf der falschen Strassenseite eine Tankstelle auf. Dahinter ein längliches Haus. Motel vielleicht? Kaum rüber geschaut, müssen wir abbremsen. Polizeikontrolle im Nirgendwo. Neben der Barriere haben sie ein Lagerfeuer – die Glücklichen. Sie sehen uns an, dass wir halb erfroren sind und laden uns zum Aufwärmen ein. Doch wir wollen lieber einen Schlafplatz finden. „Kein Problem. Geht zur Tankstelle, die vermieten auch einfache Zimmer“ so der Dienstchef. Sofort umgedreht und mit der Hoffnung, dass nicht alle Zimmer vermietet sind, geht’s dorthin. Habash wird über Nacht eingeschlossen, unser Zimmer ist der Hammer. Ein alter, vom Leben geplagter und gezeichneter Teppich, ein 70cm Bett ohne Federung, dafür die obligaten, verfilzten Wolldecken. Und der lebensrettende Gasofen mit der leeren Gasflasche. Ganz verzweifelt fragen wir den Restaurant/Zimmerbesitzer nach einer neuen, die er nach langem Suchen dann zum Glück auch findet. Aufwärmen tun wir uns ebenso an einem Lagerfeuer an der Strasse, wo wir von Einheimischen zum Tee und Farsi lernen eingeladen werden. Einmal mehr geht ein interessanter Tag zu Ende.


Persepolis – Das Erbe der persischen Hochkultur
Mr. Bayan führt uns durch die Säulenhallen des Tors aller Länder und erzählt so lebendig, als würden wir uns nicht Ruinen, sondern leibhaftig im alten Persepolis befinden. Die Bilder der Halle, getragen von riesigen Säulen mit Stierköpfen als Verbindung zu den Dächern, die Fackeln an der Wand, die Steinterrasse um zum Volk zu sprechen und der Dareios Thron aus Gold. Wie gerne würden wir jetzt sofort in diese Welt eintauchen um dies erleben zu können. Nordöstlich von Shiraz, auf der Hochebene von Marvdascht, befindet sich die altpersische Residenzstadt Persepolis (تخت جمشيد / Tacht-e Dschamschid „Thron des Dschamschid“). Sie war eine der Hauptstädten des antiken Perserreichs und wurde 520 v. Chr. von Dareios I. gegründet. Von hier aus wurde das riesige Reich Persiens regiert. Während der Eroberungszüge von Alexander dem Grossen wurde diese gewaltige Stadt des Schahs von Persiens zerstört. Sie gilt heute als eines der weltberühmtesten Kulturgüter und ist Teil des Unesco Weltkulturerbes. Mehr zur Persepolis: hier klicken

Und Mr. Bayan, der 84 jährige Archäologe ist der aktuelle Gott der Persepolis (er wird von allen anderen Guides und Leuten hier so genannt), dieses geschichtsträchtigen Ortes. Seine ganze Familiengeschichte handelt von hier. Sein Grossvater hatte schon denselben Beruf. Er war schon bei den ersten Ausgrabungen dabei. Lustigerweise sieht er mit seinen weissen Haaren und dem gegerbten braunen Gesicht so gar nicht wie ein Iraner aus. Dass er dazu perfekt italienisch, französisch und englisch spricht, verleitet ihn gerne dazu, sich als Italiener auszugeben. „Das ist einfacher. Da kann ich mich meinen Gästen auch mehr über die politischen Dinge unterhalten. Die Spione denken ich sei Tourist. Aber ich bin schon mein ganzes Leben lang Rebell gewesen und bleibe es bis zu meinem Ableben. Der Schah und unsere Geschichte Persiens ist viel grösser als die aktuelle politische Situation. Die Mullahs sind gekommen und werden irgendwann wieder gehen. Das persische Reich jedoch bleibt für immer bestehen.“ Gespannt lauschen wir seinen weiteren Ausführungen. Dieser Mensch hat echt viel erlebt. Den letzten Schah Mohammed Reza Pahlavi kannte er persönlich. Er war sogar sein Platz-Koordinator, als zu der Zeit vom 12. bis zum 16. Oktober 1971 die grösste Staatsfeier der Welt auf der Persepolis stattgefunden hat. Alle Könige und Präsidenten der Welt waren zur Feier der 2500 Jahre alten iranischen Monarchie eingeladen. Noch heute wird davon gesprochen. Wohl auch deswegen, weil es die letzte war, bevor die Mullahs das Land erobert und übernommen haben. Mehr zur Feier: hier klicken

Nun sind auch wir ein klitzekleiner Teil der Schah Geschichte, denn wir durften drei Tage lang im ehemaligen Garten des Schahs gleich beim Eingang campieren;-)


Partytime in Shiraz
Stell Dir vor, Du sitzt in einem Musikclub, die Band spielt fetzige Sounds bis die Wände wackeln und Du getraust Dich nicht zu tanzen. Du kannst auch keinen Alkohol zu Dir nehmen um Dich etwas gelöster zu machen. Am Besten halt einfach rhythmisch mit dem Kopf und den Schulter wackeln und mitsingen. Wie so ein Wackel-Dackel. Du erkennst Dich gleich in den Zeilen? Du wärst der Party Renner im Iran! Genau so gebt es ab in einer der modernsten Diskotheken/Bar in Shiraz. Mit dem Unterschied: Die Menschen hier würden gerne aufstehen und tanzen. Ja, am liebsten würden sie ihr Kopftuch in die Luft werfen und es zusehen wie es durch den Bass umherwirbelt um dann sanft auf den Boden zu gleiten. Irgendwann wird’s so sein. Doch bis dahin wird das Kopftuch immer wieder zurechtgerückt und es gilt die Regime Regeln zu befolgen. Öffentlich tanzen ist verboten. Die Clubbesitzer achten darauf, dass niemand die Regeln verletzt, ansonsten würden es anwesende Geheimdienstespione (und die sind immer da) melden und der Club sofort geschlossen wird. Doch wie schon mehrmals erwähnt, gehen die Menschen sagenhaft tapfer um. Sie lassen sich den Spass nicht nehmen oder sich die Stimmung verderben. So wird Wackel-Dackel-Hu sitzend am Tisch getanzt – Partytime!

Der Ausgang mit unseren iranischen Freunden Roya, Fooroogh, dem Traveller Antoine und weiteren Kollegen in der wohl liberalsten Stadt des Iran, eröffnet uns einen weiteren spannenden Blick auf dieses Land. Grossen Dank an Roya, die uns dies ermöglicht hat. Sie ist es auch, die das empfehlenswerte BB Hostel führt. Ein traditionelles Gusethouse mit tollen Zimmern und einer wunderbaren Dachterrasse. Beim Sonnenaufgang das Frühstück geniessen ist Hammer. Wir treffen hier weitere Travellers wie Tim, der durch die Welt radelt, Chris der mit seiner BMW über Stock und Stein im mittleren Osten reitet. Es ist ein cooler Spot zum Abhängen. Mehr zum Hostel: hier klicken

An jedem Ort an dem wir im Iran gewesen sind, hat man uns Shiraz empfohlen. Es klang auch immer etwas danach, als dass sie ein bisschen neidisch auf diese Stadt sind. Die Menschen sind anders, sie sind offen, sie stehen für den modernen Iran, die Stadt liegt in einer fruchtbaren Ebene, Geschichte und Moderne nebeneinander, die pinke Moschee ist ein Highlight und ganz vieles mehr. Seit ein paar Tagen sind wir nun hier und erleben täglich neue spannende Seiten. Die Stadt ist ein eigener Mikrokosmos. Entlang der Strassen und dem Bazaar blüht der Handel. Tausende Geschäfte. Von Gemüseladen bis zum Feinkostladen, Secondhand Elektronik bis Luxus Markenprodukte, traditionelles Handwerk bis Hightech Läden, Streetfashion Läden bis Stores mit exklusiven Luxus Anzügen, Kabab Buden bis moderne Hamburger Fastfood Restaurants, alte Lehm-Quartiere bis zu modernen, farbig beleuchteten Hochhäusern. Und dazu tausende von Menschen dauernd unterwegs. Der Puls der Stadt schlägt Tag und Nacht. Dass der Wein mit den Shiraz Trauben trotz Verbot selbstgemacht wird, ist ein offenes Geheimnis. Man ist Stolz darauf. Natürlich kann man diesen nicht offiziell kaufen, doch fast jeder weiss wo man ihn kriegen kann. Billig ist er anscheinend nicht, günstig schon gar nicht. 30 Dollar hätten wir hinblättern sollen. Die Nachfrage bestimmt den Preis. Eigentlich hätten wir dies einfach machen sollen und sei es nur um sagen zu können, wir hätten in der Hauptstadt des Weins, den echte Wein getrunken. Doch irgendwie war es uns zuviel Geld.  Und zum Wein eingeladen wurden wir leider nirgendwo. Sei‘s drum – wir gönnen den Menschen hier ihren Wein und wollen den nicht wegtrinken;-)


Noch ein letztes Mal in Bandar Abbas
Unsere letzte Station im Iran ist der Küstenort Bandar Abbas ganz im Süden des Landes. Von hier wollen wir die Überfahrt nach Dubai organisieren. Uns bleiben fünf Tage um die letzten Eindrücke des Irans zu sammeln und Bisheriges zu vervollständigen. Bis jetzt verdient das Land unsere Traveller Goldmedaille. Bandar Abbas soll eine totale Durchmischung aller möglichen Kulturen sein. Multi Kulti. Arabisch geprägt. Viele Burkas, ja es soll sogar Frauen geben, die Masken über den verdeckten Augen tragen. Konservativ sei es, haben uns die Shirazier versprochen. Ach ja, die Insel Hormuz müsst ihr auch besuchen, so die Empfehlung unserer iranischen Freunde.

Wir kommen im einfachen Hotel Daria unter. Günstig mitten in der Stadt gelegen, sind es nur fünf Minuten zur Küste. Mit Unterstützung der Chefin organisieren wir bei der Hafenbehörde die Papiere für die Fähre nach Sharhja, UAE. Inklusive den Hafenkosten in UAE, wir uns dies satte 600 CHF für zwei Personen und Motorrad kosten. Viel mehr als die 250.00 CHF die wir aus den Blogs anderer Reisenden erfahren haben. Unser komisches Bauchgefühl lässt nach, als wir erfahren, dass weitere Reisende auf die gleiche Fähre kommen und denselben Preis bezahlen.

Die Insel Hormuz besuchen wir auch. Eine wunderschöne, kleine Insel, die man mit einem Tuk Tuk innerhalb von drei Stunden umrundet. Die Besonderheit sind die Salzberge, die farbig leuchtenden Gesteinszüge, der purpurrote Strand. Die rote Erde wird noch heute in der Kosmetik für Lippenstifte beliebt. Es ist ihr Exportgut. Und das portugiesische Fort. Doch es lohnt sich eigentlich nicht, dort Eintritt zu bezahlen. Es scheint so, als würde es nicht unterhalten, der Müll liegt leider überall rum und wird nicht mal weggeschafft. Bis vor wenigen Jahren gab es nur ein Dorf darauf, dass sich selber versorgt und keine Touristenangebote hatte. Heute kann man sich an verschiedenen, kleinen Restaurants verpflegen und in einem kleinen Kunstmuseum die Geschichte erleben.
Spricht man mit den Einheimischen (sofern sie Englisch sprechen), erfährt man geheimnisvolle Schmuggler Geschichten. Aus den arabischen Emiraten und aus dem Oman werden mit Schnellbooten amerikanische Produkte auf die Insel gebracht, umgeladen und dann nach Bandar Abbas geschmuggelt. Ja, die findigen Iraner finden immer einen Weg.

Beim tausendsten Kabab meint Oli, dass er zuwenig Porträit im Iran gemacht hat. Er wolle unbedingt seine Fujinon 50mm Linse mehr nutzen. Doch das mit den Menschen fotografieren ist so eine Sache. Sein persönlicher Kodex verbietet es ihm, den Menschen einfach die Kamera vors Gesicht zu halten und abzudrücken. Das wollen die Menschen nicht. Und ausserdem ist er überzeugt, dass gute Porträits sich nur dann ergeben, wenn man die gleiche Wellenlänge hat oder sich in irgendeiner Form sympathisch ist.

Will heissen: Man muss die Menschen kennenlernen, sich mit Ihnen auseinandersetzen.
Bedeutet: Nicht ganz einfach, wenn man die Sprache nicht beherrscht und nicht einmal fragen kann.
Erfordert: Kreative Lösungen. Oli erklärt der Hotelchefin sein Anliegen und bittet sie einen Zettel in Farsi zu schreiben: „Hallo. Mein Name ist Oliver Beccarelli und ich bin mit dem Motorrad von der Schweiz bis hierher gefahren um sie kennenzulernen und würde gerne ein Porträit von Ihnen machen. Doch leider kann ich kein Farsi sprechen. Es würde mich glücklich machen, sie den Menschen in meiner Heimat vorstellen zu dürfen“.
Damit machen wir uns auf den Weg. Keine Ahnung was wirklich auf dem Zettel steht, doch alle Menschen die dies lesen, müssen lachen, klopfen Oli auf die Schulter und w3erfen sich gleich in Pose. Hammer.

Eine dieser Begegnungen werden wir nie mehr vergessen. Ein Taxichef bringt uns sofort zu seinem Freund. Wir müssen doch auch seine Hühner auf dem Dach fotografieren. So stehen wir nun auf dem Dach eines Hochhauses und erfahren mehr über die Haltung dieser Hühnersorte. Spannend. Die Tür zum Dach geht auf und eine junge Iranerin stösst zu uns. Es ist die Tochter des stolzen Hühnerbesitzers. Alle drei erklären uns mehr über die Gegend auf, das Leben im Iran. Es ist eine spannender Dialog, der damit endet, dass wir zum Abendessen eingeladen werde. Doch es ist unser letzter Abend, bevor wir am nächsten Tag das Land verlassen. Und wir haben noch so viel vorzubereiten. Aber hallo. Es ist eine Chance, unsere Zeit in diesem Land genauso abzuschliessen wie wir es erlebt haben. Wir werfen unsere Abendpläne über den Haufen, nehmen die Einladung gerne an und freuen uns darauf. Pünktlich werden wir am Hotel abgeholt. Ali, sein Frau und seine Tochter haben sich in die schönsten Kleider geworfen, wir kommen uns mit den Traveller Kleidern gleich etwas schäbig vor. Zuerst geht’s mit Auto an den öffentlichen Strand. Es ist üblich bis ganz ans Wasser zu fahren. Alle machen es so hier. Dann wird Kaffee getrunken, Datteln gegessen und die Sterne gezählt. Bis die Flut nach einer Stunde einsetzt und Ali den Wagen zurücksetzt. Ein paar andere Iraner verpassen dies und deren Auto steckt nun im Salzwasser. Autsch.
Zum Abendessen geht’s in ausgesuchtes Restaurant am anderen Ende der Stadt. Auf der Fahrt erfahren wir viel Spannendes über die Entstehung und Bedeutung der Stadt, über den Garten von Mama in Kerman und über das Leben hier. Selbstverständlich wollen wir die Familie zum Essen einladen, doch keine Chance. Wir dürfen nichts dazu beitragen, es wäre eine Beleidigung, sagt die Tochter mit einem Augenzwinkern. Der Spaziergang im öffentlichen Park hilft uns die Verdauung anzuregen. Nach einem langen Abend verabschieden wir uns beim Hotel und danken ihnen dass wir einen Abschluss erleben durften, der unsere ganzen Erlebnisse in diesem Land zusammenfasst: Es sind die herzlichsten Menschen, die wir je kennenlernen durften!